01.02.2026

Blasenentzündung-Zystitis - Oskar und Ellie helfen

Die klinische und wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Zystitis – insbesondere in ihren chronischen Verlaufsformen wie der Interstitiellen Zystitis (IC) oder dem Bladder Pain Syndrome (BPS) – befindet sich in einem fundamentalen Umbruch. Traditionell wurde die Zystitis als eine isolierte Pathologie des Hohlorganes „Harnblase“ betrachtet. Der Fokus lag primär auf der Integrität des Urothels, der Glykosaminoglykan-Schicht (GAG-Schicht) und der lokalen inflammatorischen Antwort auf bakterielle Noxen. Diagnostische und therapeutische Algorithmen folgten einer streng organzentrierten Logik: Antibiose, Instillationstherapien und lokale Antiinflammationsstrategien bildeten den Goldstandard.

Diese monokausale Sichtweise erweist sich jedoch zunehmend als unzureichend, um die Komplexität und Persistenz der Symptomatik bei einem signifikanten Teil der Patienten zu erklären. Klinische Beobachtungen zeigen, dass Patienten mit chronischen Blasenschmerzen häufig ein breites Spektrum an Begleitsymptomen aufweisen, die weit über das urologische Fachgebiet hinausreichen. Dazu gehören myofasziale Hypertonie des Beckenbodens, funktionelle Störungen der Lendenwirbelsäule und des Hüftgelenks, autonome Dysregulationen sowie psychometrische Auffälligkeiten wie Angststörungen und Depressionen.